CO-MELDER-Prüfung

Der CO-Melder (oder auch 2 Melder, das ist egal) wird in der luftdicht geschlossenen Box einer vorgegebenen Konzentration von Kohlenmonoxid ausgesetzt. Dazu sind nur zwei Milligramm Giftgas nötig, eine auch bei direkter Einatmung harmlose Menge. Das sagt ja schon der gesunde Menschenverstand: Was soll an der Verbrennung eines briefmarkengroßen Stückchens Papier wohl gefährlich sein? Das CO entsteht im "Gasgenerator", einem Aluminiumständer, der gleichzeitig als Flammenschutz und Gasverteiler dient. In diesem Ständer wird pro Test eines der mitgelieferten Papierformate verbrannt, das dauert rund 10 Sekunden. Die Verbrennung verbraucht bis zu einem Drittel des Sauerstoffs, es entsteht viel CO2 und wenig CO. Und zwar genau die Menge CO, die durch das jeweilige Papierformat, die Papiermenge, die Papierqualität und alle weiteren verbindlich definierten Umstände festgelegt ist. Der Kohlenstoff steckt in den Holzfasern des Papiers, und in der Regel wird das Standard-Röllchen für die 350-ppm Konzentration verwendet.

Das Kohlenmonoxid verteilt sich nach unbedeutender Wärmeentwicklung innerhalb von 2 Minuten gleichmäßig in der Box. Man protokolliert, nach welcher Zeit der Melder welchen Messwert anzeigt, wann der Messwert "steht" und wann der Alarm kommt. Bei niedrigen Konzentrationen kann das bis zu 10 Minuten dauern, beim Standardtest mit 300 ppm höchstens 3 Minuten nach DIN 50291, und im toxischen Bereich über 500 ppm muss der Melder spätestens nach 1 Minute tröten.

Entscheidend für bestanden oder nicht bestanden ist die Alarmfunktion, d.h. Auslösezeit und Lautstärke. Der Alarm rettet Leben und Gesundheit - angezeigte Messwerte sind zweitrangig, und viele Melder haben ja nicht mal ein Display.

Werden die Sollwerte erreicht, ist die Prüfung positiv gelaufen. Werden sie knapp verfehlt, sollte man den Test wiederholen, evtl. mehrmals. Dann kann man beurteilen, ob die Leistung im Durchschnitt ausreichte.

Kommt der Alarm deutlich zu spät oder zu leise oder gar nicht, hat man leider Elektroschrott. Einzustellen oder zu reparieren ist bei Geräten unter 200 Euro nichts.

Papierformate und CO-Erzeugung

Das Verbrennungspapier muss zimmertrocken sein und sorgfältig nach Vorgabe geschnitten, zur Rolle geformt, bis zur Markierung in den Halter gesteckt und auf die vorgesehene Art angezündet werden. Jede Abweichung führt zu falscher CO-Konzentration! Für Optimierung und praktikable Handhabung wurden rund zweihundert Versuche gefahren. Es ist also kein Zufall, dass das Papierröllchen an der Zunge X anzuzünden ist, dass die Zunge am tiefsten Punkt platziert wird und dass die Flamme in einem bestimmten Winkel aufwärts läuft. Alles dient der planmäßigen und immer gleichen Flammenentwicklung. Sollte der Gasgenerator einmal verbogen sein, muss die ursprüngliche Form unbedingt wiederhergestellt werden.

Standard-Prüfgaskonzentration 300 ppm

Die Norm 50291 bezieht sich auf diese CO-Konzentration. Bei anderen Gaskonzentrationen (80,150, 500,1000 ppm) kann man testen wie man will, aber sie sind für die Alarmfunktion eher von akademischem Wert.

Genauigkeit? Muss gar nicht!

Das Standard-Papierformat ist aus praktischen Gründen auf 350 ppm bemessen. Man kann nämlich mit bis zu 12% Abweichung rechnen, die sich nicht nur aus kleinen Ungenauigkeiten in der Handhabung aufsummieren kann, sondern hauptsächlich aus den chaotischen Abgasströmungen während der Verbrennung resultiert, und aus wetterbedingten Schwankungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Papierfeuchtigkeit. Real liegt die erzeugte CO-Konzentration zu 90% zwischen den Eckwerten 320 und 380 ppm, und einige Ausreißer können zwischen 300 und 400 ppm streuen. Man soll aber nie unter 300 ppm kommen, deshalb zielt der Durchschnitt auf 350 ppm.

Diese Spannweite ist gar nicht so groß, denn sogar die pingeligen Berufsgenossenschaften erlauben beim teuren Prüfgas 5% Abweichung. Es darf ganz offiziell zwischen 285 und 315 ppm CO liegen (BG-Merkblatt T 021 von 2016, 30 Seiten). Damit wird akzeptiert, dass mit diesem Gas kalibrierte Messgeräte ebenfalls um 5% falsch anzeigen können. Die Welt ist eben analog - und Digitales oft nur Scheinpräzision.

Und es geht noch weiter: Wer sich intensiver mit den BG-Vorgaben beschäftigt (auch die Merkblätter T 023 und T 055) wird vielleicht staunen, dass am Mann getragene Warngeräte bis zu 20% Fehlanzeige haben dürfen. Das ist logisch - es geht nicht ums Messen, sondern ums Warnen! Keine Kompromisse gibt es dagegen bei den Prüfzyklen - 4 Monate und kein Tag länger.

Mögliche Genauigkeit

Das nach praktischen Gesichtspunkten konstruierte Prüfgerät A schöpft die technischen Möglichkeiten nicht aus. Die Papiertechnik gibt im Prinzip eine Wiederholgenauigkeit von plus/minus 2 Prozent her. Aber dafür muss man an Gerät, Bedienung und Zeitbedarf ganz andere Anforderungen stellen. Stichworte: Papier konstant vortrocknen, Anzündevorgang in geschlossener Box, die Box muss aus strömungstechnischen Gründen ein 10-Liter-Hochformat mit Luftumwälzung sein, und und und. Ideal wäre zudem eine Klimatisierung, aber dann wäre es mit der Wirtschaftlichkeit vorbei.

Ein aufwändigeres Prüfgerät B für möglicherweise 120 - 150 Euro ist in der Entwicklung. Das macht aber nur Sinn, wenn man damit auch Messgeräte direkt kalibrieren kann. Mal sehen was da am Ende geht, es dauert noch.

Es steht aber fest: Wer nur wissen will, ob seine Warnmelder noch in Ordnung sind, hätte davon keinen höheren Nutzen.