Rund um das Verbrennungspapier

Einige Anwender haben Schwierigkeiten mit der Vorstellung, was es mit dem geheimnisvollen "Papier" überhaupt auf sich hat.

Nebenstehend also noch einmal Zweck und Zubereitung als Prinzip-Zeichnung. Das Papier kann leider nicht fertig gerollt geliefert werden, denn 100 handgemachte Röllchen würden den Gerätepreis glatt verdoppeln. Ausschneiden und Röllchen formen muss man halt auf sich nehmen, dafür wird eine praktische Formungshilfe mitgeliefert, zusätzlich bei Gerät A 100 und bei Gerät B 200 vorgedruckte Papierformate. Pro Blatt DIN A4 sind 18 Formate im rationellen Schnittmuster angeordnet.

Warum überhaupt Papier?

Man könnte auch andere Materialien zur CO-Erzeugung verbrennen, z.B. Kerzen, Lampenöl, Zigaretten, Räucherstäbchen, Kienspäne, Wollfäden oder Streichhölzer. In der Vorentwicklung der Prüfgeräte wurde viel probiert, aber kein Material reicht auch nur entfernt an die Möglichkeiten von Papier heran.

Die Verwendung von Papier in Verbindung mit dem passenden Ständer ist die zentrale "Erfindung". Sie macht Prüfgeräte ohne Beistellung eines CO-Messgerätes möglich, indem die vorbestimmte Konzentration an Kohlenmonoxid - das sind ja nur 0,35 Promille! - mit angemessener Toleranz erzeugt und konstant gehalten wird.

Technische Vorteile

  • Papier zündet schnell und verbrennt raucharm.
  • Es brennt gleichmäßig ohne Stichflamme und verhungert nicht.
  • Es enthält fast keine Kohlenwasserstoffe, so entsteht trockenes Abgas ohne Gefahr von Kondensation im CO-Melder. Es entstehen auch keine Störgase wie Wasserstoff, Methan oder Schwefelwasserstoff, die den CO-Sensor irritieren lönnten.
  • Die Verbrennung stoppt an der Einspannstelle. Kein nachglimmen, kein Ascheflug, so ist die verbrannte Menge immer gleich.
  • Es lässt sich mit der Schere beliebig portionieren und formatieren,
  • und das erlaubt vorgedruckte Formate zu geringsten Kosten.
  • Die Ausbeute an Kohlenmonoxid ist gut, es werden weniger als 100 Milligramm Papier verbrannt, die Größe einer Briefmarke.

Der letzte Punkt erfordert allerdings die Röllchenform, denn "einfach so" als Blättchen müsste man deutlich mehr Papier verbrennen. Der Trick: Sauerstoffmangel innerhalb des brennenden Rohres führt zur Bildung von mehr CO, das macht die Sache kompakt und steigert die Zuverlässigkeit.

Beim Gerät A mini wäre das Papier-Röllchen wegen des geringen Luftvolumens aber so kurz, dass die Streuung stark zunehmen würde. Deswegen wird hier ein längeres "Knick- und Klappformat" verwendet, das die optimalen 10 Sekunden Brenndauer ermöglicht.

Papier ist nicht gleich Papier, trotzdem kann man beinahe jedes 80-Gramm-Papier verwenden. Genauigkeitsfanatiker müssten es jeweils auf CO-Ergiebigkeit testen und die Papierformate entsprechend vergrößern oder verkleinern, denn die gängigen Papiere bieten im Durchschnitt 20% weniger CO als das Steinbeis-Originalpapier.

Praktiker ziehen einfach Röllchen oder Klappformat um 5 mm vor, so dass das Brennfeld etwas größer wird. Der Restfehler ist dann zu vernachlässigen.

Verbrennungspapier grafisch erklärt